Programm “Lobpreis – Lobgesang”

Programm “Lobpreis – Lobgesang”

Beati quorum – Jubilate Deo – Magnificat – Nunc dimittis

500 Jahre Reformation seit Martin Luthers Thesenanschlag in Wittenberg – das bedeutet 500 Jahre Übersetzung der Heiligen Schrift, Fundament protestantischen Glaubens, Vorbild für Kunst und Literatur – und natürlich 500 Jahre kompositorischen Schaffens und Musizierens im Sinne Luthers durch Vertonungen des Psalters und vieler weiterer Bibeltexte nicht nur in deutscher Sprache.

Das Konzertprojekt „LOBPREIS – LOBGESANG“ vereint das Ensemble TonART Leipzig und den Kammerchor vocHAles aus Halle (Saale) – ideale Voraussetzungen für doppelchöriges Musizieren unter der künstlerischen Leitung von Robert Kröger. Die äußere Klammer bilden Vertonungen des 119. Psalms – dem Lobpreis auf das Gesetz –, der 100. Psalm – dem Lobpreis des Gesetzgebers selbst – und der Lobgesang der Maria als Offenbarung und Inkarnation des Schöpfers. Ergänzend erklingt der Lobgesang des Simeon als finaler Bericht aus der Weihnachtsgeschichte des Lukasevangeliums.

Im Konzert begegnen sich zwei der namhaftesten Vertreter der deutschen Kirchenmusik: He[i]nrich Schütz und Felix Mendelssohn Bartholdy. Während Schütz auf eine der ersten Fassungen der Luther-Bibel zurückgreifen konnte, entstand fast zeitgleich mit dieser eine englische Übertragung. Die Tyndale-Bibelübersetzung stellt die Grundlage der englischen Bibel dar, zu der später Mendelssohn Bartholdy Zugang hatte, um für den anglikanischen Gottesdienst zu komponieren. Diese Bibelübersetzungen befinden sich bis heute in Gebrauch.

Drei der Lobgesänge in Vertonungen von Schütz und Mendelssohn Bartholdy stehen sich im Programm gegenüber: • Jubilate Deo „Jauchzet dem Herren“ – „O be joyful in the Lord“ (Psalm 100) • Magnificat „Meine Seele erhebt den Herren“ – „My soul doth magnify the Lord“ • Nunc dimittis „Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren“ – „Lord, now lettest thou thy servant depart in peace“

Einzigartig sind Schützens mehrchörige Umsetzung mit Basso continuo und Mendelssohns englische Erstfassung mit Orgelbegleitung anstelle des in Deutschland damals üblichen Acappella-Chorgesangs.

Die musikhistorische und -wissenschaftliche Begleitung des Konzertprogramms liegt in den Händen von Dr. Maik Richter (Halle) und Christiane Schmidt (Mendelssohnhaus Leipzig).

Programm

He[i]nrich Schütz (1585–1672) • „Verleih uns Frieden“ (Luther 1529, nach Da pacem, Domine, Antiphon, 9. Jh.), SWV 372 • „Gib unsern Fürsten“ SWV 373 (1. Tim. 2:2; SSATB) • Psalm 100: „Jauchzet dem Herren“ SWV 36 (Psalmen Davids op. 2 Nr. 15; SATB.SATB) • Psalm 119: „Wohl denen, die ohne Wandel leben“ SWV 482 (Schwanengesang Nr. 1; SATB.SATB) • Nunc dimittis SWV 281 (Musikalische Exequien Teil III, SATTB.SSB) • Deutsches Magnificat SWV 426 (Zwölf geistliche Gesänge Nr. 7; SATB)

Charles V. Stanford (1852–1924) „Beati quorum via integra est“ op. 38, Nr. 3 (Ps. 119:1)

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847) • Drei Motetten MWV SD 37 [op. 69] (englische Textfassung mit Orgelbegleitung) o Nunc dimittis MWV B 60 o Jubilate Deo MWV B 58 o Magnificat MWV B 59 • „Verleih uns Frieden“ MWV A 11