Kammerchor TonART hat in 15 Jahren Profil gewonnen

Der Leipziger Kammerchor TonART existiert seit 15 Jahren. Gegründet wurde das Ensemble, das sich einem breiten Spektrum der Chormusik von der Renaissance bis zu zeitgenössischen Kompositionen widmet, von engagierten Sängerinnen und Sängern. Diese hatten sich im Leipziger Universitätschor kennengelernt. Sie fühlten sich freundschaftlich verbunden und beschlossen, ihre Freizeit mit der Gestaltung guter A-cappella-Musik im kleineren Rahmen zu verbringen.
Mittlerweile hat sich das Profil geschärft, die Vielfalt der Werkauswahl ist gewachsen und Konzerte finden deutschlandweit ihr Publikum. Weitere Mitstreiter sind in allen Stimmgruppen hinzugekommen. Der Chor zählt gegenwärtig etwa zwanzig Musikfreunde zwischen 19 und 45 Jahren. Wöchentlich wird unter der aufmerksamen und genauen Führung des Chorleiters Robert Urmann geprobt. Dieser bringt seine klaren musikalischen und klanglichen Vorstellungen in die intensive Arbeit des kleinen Ensembles ein.
Alljährlich treffen sich die Sängerinnen und Sänger an einem Januar-Wochenende außerhalb Leipzigs, um das jeweilige Jahresprogramm zu erarbeiten. Dieses wird, thematisch durchaus variabel und an mögliche Wünsche der Veranstalter angepasst, in Kirchenkonzerten, bei Festivals und Feierlichkeiten präsentiert. A-cappella-Werke und Chorsinfonisches bestimmen die Programmatik. Gottesdienste in Kirchen oder Motetten in der Leipziger Thomaskirche, Aufführungen von Johann Sebastian Bachs »Johannespassion« und des Weihnachtsoratoriums, Wolfgang Amadeus Mozarts Requiem, Gartenkonzerte im Mendelssohn-Haus Leipzig und für das Musikprojekt der Leipziger Notenspur – die Verpflichtungen des Chores sind vielfältig und anspruchsvoll. Darüber hinaus unterstützt das Ensemble unentgeltlich und passioniert mit seiner Musik die soziale Arbeit in Krankenhäusern, auf Stationen der Palliativmedizin, in Altersheimen oder Kurzzeitpflegen, wie z. B. der Ökumenischen Sozialstation in Leipzig.
Was nach hartem Pensum klingt, basiert tatsächlich auf einer konzentrierten Arbeit und musikalischer Diskussion. Gepaart ist es mit großer Freude am Musizieren, am Formen von Klängen, mit Gedankenaustausch und freundschaftlichem Umgang. Für das Jahr 2017 steht das große und dankbare Thema der Reformation auf dem Plan: In zahlreichen Konzerten können die Besucher Werke von Heinrich Schütz, Charles Villiers Stanford und Felix Mendelssohn Bartholdy erleben.
Nach Konzerten im Mai wird der Chor im Rahmen des Kirchentags »Auf dem Weg« noch einmal direkt am Reformationstag, dem 31. Oktober, 19.30 Uhr, in der Peterskirche auftreten. Vom 25. bis 27. August reisen die Sängerinnen und Sänger zu einem Konzert nach Minden. Für diese Vorhaben hat sich das Ensemble mit dem befreundeten Kammerchor VocHALes Halle zur Zusammenarbeit verabredet. Mit dieser Kooperation sind doppelchörige Werke mit solistischen Parts für die Laiensänger auch in größeren Kirchenräumen besser realisierbar.
von Christiane Schmidt, veröffentlicht in der Zeitschrift des Sächsischen Chorverbandes Unisono 2/2017, S. 21:
Foto: ©Carsten Schulze-Griesbach